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Hanauer Anzeiger, 22.12.2011
Mozart trifft Hänsel und Gretel
Musikalisch-poetische Reise bietet märchenhaftes
Hörvergnügen im Comoedienhaus
Märchen und klassische Musik "für Groß und Klein"?
Ein spannender Brückenschlag, der verbindet und bereichert, wenn er so
bezaubernd und virtuos interpretiert wird, wie am Wochenende im
Comoedienhaus, wo das Klaviertrio Würzburg sowie Schriftstellerin und
"Souffleuse" Cornelia Boese zur musikalisch-poetischen Reise in die
geheimnisvolle Welt der Brüder Grimm geladen hatten.
Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Trio KV 564 bereiteten Katharina Cording an
der Violine, Peer-Christoph Pulc am Violoncello und Karla-Maria Cording
am Flügel einen gelungenen Einstieg für das erste Märchen. Bei den
heiter beschwingten Passagen sah man förmlich Hänsel und Gretel durch
Wald und Wiesen springen.
Cornelia Boese rezitierte im Anschluss mit
klarer und differenzierter Stimme das vertraute Märchen von den beiden
verloren gegangenen Kindern in von ihr verfassten Reimen, die sich wie
ein seidener Handschuh zart und anschmiegsam um die Grimmschen
Geschichten schlossen. Ihr Vortrag zauberte ein Lächeln auf die Lippen
des Publikums, unter ihnen auch einige sehr junge Hörer.
Künstlerin Cornelia Boese, die tatsächlich schon als Opernsouffleuse
tätig war und 2005 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Würzburg
ausgezeichnet wurde, kannte die drei Musiker des vielbeschäftigten und
virtuosen Würzburger Trios schon aus Hochschulzeiten, als man über das
Projekt Märchenkonzert ins Gespräch kam, just in dem Moment, als Boese
gerade ihre Grimms-Märchen veröffentlichte.
14 Variationen Ludwig van Beethovens für Klavier, Violine und
Violoncello schlossen sich an das Märchen von Hänsel und Gretel an,
bevor Cornelia Boese nach der Pause "Die Wichtelmänner" interpretierte,
das Märchen von den kleinen dienstbaren Geistern, die über Nacht alle
liegen gebliebene Arbeit tun - auch heute noch ein Traum, dem so mancher
nachhängen mag. Dann zeigte das Ensemble noch einmal einen wirklich
faszinierenden Ausschnitt seines Könnens mit Antonin Dvoraks Trio "Dumky".
"An manchen Stellen wird es sein wie ein ernstes Lied, an anderen wie
ein fröhlicher Tanz", beschrieb Dvorak im Jahre 1890 einem Freund dieses
Werk. Tatsächlich bezeichnet "Dumka" - Mehrzahl "Dumky" - eine slawische
Tanzform mit auffälligem Wechsel zwischen melancholischen und
tänzerisch-ausgelassenen Abschnitten. Immer wieder taucht die Dumka im
Kammermusikwerk Dvoraks auf; jedoch stets nur als einzelner Satz. Die
ungewöhnliche Form dieses Klaviertrios reiht sechs Dumky aneinander,
jede mit sehr eigenwilligem Charakter und großer Ausdruckskraft. Das
feinsinnig abgestimmte Zusammenspiel der drei Musiker zeigte sich hier
besonders auch in den leisen Passagen, wo die emotionale
Vielschichtigkeit dieses Werkes einfühlsam und hinreißend interpretiert
wurde.
Mit dem "Sterntaler-Märchen" von Cornelia Boese endete dieser in jeder
Hinsicht märchenhafte Spätnachmittag am vierten Advent.
(Andrea Pauly)
Main-Post, 6.12.2011
Jungmusiker machen glücklich
Über 800 Zuhörer beim Konzert der Sing- und
Musikschule
Beim Weihnachtskonzert der Sing- und Musikschule Würzburg am vergangenen
Sonntag waren es nicht nur zwei Wichtelmännlein, die wie in einem
bekannten Märchen der Gebrüder Grimm einen armen Schuster in einen
„glücklichen Mann“
verwandeln, sondern gleich 300. Was den beiden
ruhelosen Geistern in nächtlicher Arbeit gelingt, wiederholten die
Jungmusiker an ihren Instrumenten.
Im Franconia-Saal überraschten sie die über
800 Zuhörer mit einem vielseitigen und besinnlichen Adventsprogramm.
Diese bedankten sich am Ende des Abends mit großem Applaus und
zufriedenen Gesichtern.
Doch anders als im Märchen haben sich die Musikschüler aus dem Stadt-
und Landkreis Würzburg in mehrwöchiger Probearbeit intensiver auf den
Höhepunkt des Jahres vorbereitet. Dabei stellten die sieben Chöre und
Orchester in dem zweistündigen Konzert nur einen „kleinen Ausschnitt aus
der Arbeit der Musikschule“ vor, wie die Vorsitzende des Zweckverbandes
der Sing- und Musikschule Andrea Schanzer zu Beginn sagte. Die
Musikschüler lernen die Instrumente in ihrer Freizeit, viele spielen
außerdem in den örtlichen Musikvereinen. Das Ziel der 70 Musiklehrer ist
es, Kinder und Jugendliche an über 100 Unterrichtsorten an
Musikinstrumente heranzuführen.
Bereits zum Auftakt des Nachmittags gelang es dem 100-köpfigen
gemischten Chor mit den Kindern des Regenbogenchors, Mitarbeitern und
einzelnen Gesangssolisten mit einem Weihnachtslieder-Potpourri, die
Zuhörer in adventliche Stimmung zu versetzen. Dirigent Christian Reif
setzte etwa bei „Kling Glöckchen“ geschickt die unterschiedlichen
Stimmlagen des alle Alter umfassenden Chores ein.
Vom Bläser-Nachwuchsorchester kamen unterstützt von Schlagzeug
schwungvolle Klänge, darunter eine verjazzte Version von Haydns „The Big
Surprise“. Auch Josef Bönischs „Festival Pictures“ vom Blasorchester und
Auszüge aus einem Weihnachtsoratorium von Camille de Saint-Saëns des
Blechbläserchors erhielten lauten Beifall.
Genauso effektvoll wie der Anfang des Konzerts verlief das Ende mit zwei
irischen Volksstücken. „The De'il among the Tailors“ begann mit
einzelnen Geigenspielern, die im Rücken des Publikums zu spielen
anfingen und fiedelnd die Mittelgänge entlang zur Bühne schritten. Dort
angekommen, nahm das rund 100 Musiker starke Kinder-Streichorchester die
Melodie auf und klang nun wie ein großer Bienenschwarm. Mit wiederholtem
Fußstapfen setzten die Nachwuchsmusiker nochmals rhythmische Akzente.
In den Umbauphasen las Theatersouffleuse
und Dichterin Cornelia Boese gereimte Märchen der Gebrüder Grimm aus
ihrem Buch „Ich Glückspilz! rief vergnügt der Hans und trennte sich von
seiner Gans“. Sie handelten allesamt vom Schenken: vom „Armen Schuster“,
den „Sterntalern“ und dem „Süßen Brei“.
(Christian Ammon)
Rheinische Post, März 2011
Musikalische Reise zu den Gebrüdern Grimm
Auf eine musikalisch-poetische Reise in die
geheimnisvolle Welt der Gebrüder Grimm führte das jüngste Konzert der
Stadt Moers. Im gut besuchten Kammermusiksaal wurden Werke von Mozart,
Beethoven und Schubert dem Schneewittchen und den Bremer Stadtmusikanten
gegenüber gestellt. Das Klaviertrio Würzburg, 2001 gegründet und
inzwischen als arriviertes, viel beschäftigtes Ensemble geltend,
eröffnete den märchenhaften Abend heiter und ausdrucksvoll mit Mozarts
Klaviertrio C-Dur KV 548.
Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Violoncello) und
Karla-Maria Cording (Klavier) meisterten die heikle Balance der
Instrumente in harmonischem Einvernehmen und schufen so klanglich eine
schöne Atmosphäre für die Welt des lieblichen Schneewittchens.
Die Rezitatorin, Dichterin und Musikerin Cornelia
Boese, die mit angenehm fester und ruhiger Stimme las, verleiht
altbekannten Märchen in ihrer eigenen Reimform neuen Glanz: voller Witz
und Humor, pfiffig und dabei immer mit Bezug zum Ursprung. Was für
Märchenpuristen vielleicht grenzwertig sein mag, amüsierte die kleinen
Besucher und ließ die Großen schwärmen: "Diese Märchen kennt man ja
alle, aber es ist doch richtig nett, sie einmal wieder vorgelesen zu
bekommen."
Mit Beethovens unterhaltsamen, teilweise auch etwas langatmig wirkenden
Variationen über das volkstümliche Thema "Ich bin der Schneider Kakadu"
leitete das Klaviertrio Würzburg zum zweiten Märchen des Abends über:
den Bremer Stadtmusikanten, die in bekannter Manier dem Räubergesindel
den Garaus machten und schließlich glücklich und zufrieden zusammen
lebten - auch wenn sie Bremen nie erreichten.
Nach dem Happy End bot der originelle Ohrenschmaus für die ganze Familie
auch musikalisch ein anmutiges und freundliches Finale mit Schuberts
Klaviertrio B-Dur D 898, in dem die Musiker mit dem effektvollen Wechsel
von seligem Träumen und tänzerischem Duktus die Märchenwelt noch einmal
spiegelten. Und wenn sie nicht gestorben sind, so musizieren sie noch
heute ... (Petra
Riderer-Sitte)
Main Post, 17.9.2010
Virtuosität hat einen Namen
Klaviertrio Würzburg zu Gast in Ostheim -
Grandioses Konzert im Rathaussaal
Das Klaviertrio Würzburg ist ein hochgelobtes Ensemble. Beim Konzert in
der Rathaushalle stellten die Musiker ihr Können unter Beweis. Die
Vorschusslorbeeren machten neugierig, wurden den Musikern aber nicht
ganz gerecht. In Wirklichkeit ist das Trio Würzburg nämlich noch viel
besser.
Als erstes Werk steht Mozarts „Trio für Klavier, Violine und Violoncello
in C-Dur KV 548“ auf dem Programm. Leicht und elegant, fast federnd,
greift Pianistin Karla-Maria Cording in die Tasten. Kraftvoll setzt
Peer-Christoph Pulc am Cello ein. Und während sich das Piano verspielt
in ferne Welten träumt, die Violine – meisterhaft gespielt von Katharina
Cording – freudig-heiter die ersten Läufe nimmt, ist dem Cello seine
Eleganz anzumerken: Majestätisch stimmt es ein in eine wunderbare
Harmonie. Kein Geräusch von außen soll diese zauberhafte Atmosphäre
stören. Wenn es so etwas wie Sehnsucht oder Weltschmerz gibt, dann hat
es Mozart eindrucksvoll zu Papier gebracht und das Trio Würzburg perfekt
umgesetzt. Auf das Allegro folgt ein Andante cantabile, ein gehender,
langsamerer Satz. Was mag Mozart wohl gedacht haben, als er diese Musik
voller Wehmut komponierte? Der stetige Blickkontakt zwischen Pianistin,
Violinistin und dem Cellisten verdeutlicht, wie sehr sich die Musiker
aufeinander abstimmen. Beschwingt und fröhlich ertönt der dritte Satz,
wieder ein Allegro. Kraftvoll verklingt der Schlussakkord, als Cornelia
Boese die Bühne betritt.
Die Autorin, auch bekannt unter ihrem Künstlernamen Boese Souffleuse,
stellte ihr neues, „boeses“ Buch vor. Eine Weltpremiere, denn es kam
erst zwei Tage zuvor aus der Druckerei. „Ich Glückspilz! rief vergnügt
der Hans und trennte sich von seiner Gans“, heißt der Titel des Buchs.
In dreijähriger Arbeit hat Cornelia Boese insgesamt 35 Märchen der
Gebrüder Grimm in Gedichtform gebracht. Pointiert und professionell
entführte die junge Dichterin die Zuhörer in eine Märchenwelt.
Im Anschluss stellte das Musiktrio seine Vielseitigkeit in zehn
Variationen über „Ich bin der Schneider Kakadu“ heraus, das einst Ludwig
van Beethoven komponierte. Langer Applaus gibt den Künstlern Recht. Als
Schlussstück steht Franz Schuberts Trio für Klavier, Violine und
Violoncello in B-Dur auf dem Programm. Bei den vier Sätzen, die sich
allesamt im Spannungsfeld zwischen träumerischer Weltflucht,
mitreißendem Lebensgenuss und empfindsamer Sehnsucht bewegen, legen
Katharina und Karla-Maria Cording sowie Peer-Christoph Pulc ein letztes
Mal all ihre Emotionen in ihre Musik. Sie machen dem Ausdruck
„Interpreten“ alle Ehre, denn wahrhaft, das Ensemble interpretiert
„seine“ Musik auf virtuose Weise. it euphorischem Klang endet ein
grandioses Konzert nach einem leidenschaftlichen letzten Satz. Ostheim
darf sich nun in einer Reihe mit europäischen Großstädten wie Basel,
Paris, Wien, München, Berlin und Hamburg nennen. Denn überall dort
gastierte das Trio Würzburg bereits.
(Christian Staude)
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