Main-Echo Aschaffenburg, 14.10.2003
 
Wenn der Elch mit dem Ringelstrumpf tanzt

"Kuscheltierkonzert" für Kinder im Würzburger Mainfranken Theater

Der Elch mit dem Ringelstrumpf tanzt auf der Bühne, der bunte Papagei krächzt vom Kopf der ersten Geige herab, Robbe und Pinguin tauchen urplötzlich aus dem Souffleusenkasten auf - und die Kinder im fast ausverkauften Würzburger Mainfranken Theater klatschen und wollen die Bonbons fangen, die ein kleiner Fuchs ihnen zuwirft.
Beim "Kuscheltierkonzert" ist einiges los auf der Bühne und im Zuschauerraum - Unterhaltung allererster Sahne für die Kleinen, die vom Theater ausdrücklich aufgefordert worden waren, ihre eigenen Kuscheltiere mitzubringen. Da sah man dann kleine Stoffhasen, die von ihren Besitzern im Takt der Musik wild geschleudert wurden, während oben auf der Bühne ein kleines blondes Mädchen aus dem Publikum die Ehre hatte, auf einem Schaukelpferd zu "galoppieren". Unerkannt saß der Komponist des "Kuscheltierkonzerts" Klaus Wüsthoff im Publikum und zeigt sich nach dem heftigen Schlussapplaus zufrieden mit der Würzburger Vorstellung.
Das Konzert des 81-Jährigen war 1997 von den Berliner Symphonikern uraufgeführt worden. Absicht ist, über die Kuscheltiere die einzelnen Instrumente eines Sinfonieorchesters kennen zu lernen. Den Kleinen machte es riesigen Spaß, elefantisches Trompeten von Pferdewiehern zu unterscheiden - Wüsthoffs Musik hat zu Recht etwa 80 Aufführungen im In- und Ausland erlebt. Allerdings sind die lose verbundenen Szenen, in denen Kinder in Abwesenheit der Eltern ihre Kuscheltiere zum Leben erwecken, eigentlich keine Geschichte, die eine Stunde lang bannen kann.
Dass das trotzdem gelang, lag an der witzigen und einfallsreichen Inszenierung von Erzählerin Cornelia Boese, deren Name als Moderatorin von Kinderkonzerten ("Harry Potter") wohl schon so bekannt ist, dass sich das Theater nach mäßigem Vorverkauf doch noch füllte. Sie hatte zahlreiche Kuscheltiere auf den Instrumenten der mit viel Spaß und Engagement spielenden Würzburger Philharmoniker verteilt und wirbelte mit ihnen durchs Theater.
Dirigent Evan Christ, den die Regisseurin in Schlafanzug und Frack hatte erscheinen lassen, sah dadurch von hinten für die begeisterten Kinder wie ein zweiter Pinguin aus - worüber alle lachten. Kein Wunder, dass viele Kinder nach dem Konzert Cornelia Boese und ihre Kuscheltiere ganz aus der Nähe sehen wollten und sie noch lange ausfragten.

(Astrid Freyeisen)



Main-Post, 7.10.2003

Weil der Elefant so schwer ist

... Daß auch die jüngeren Kinder auf ihre Kosten kamen, dafür sorgte Cornelia Boese: Mit viel Humor und Fantasie beschrieb sie die jeweiligen Gemütszustände und Aktivitäten ihrer steiffschen Figuren und setzte sie in oft geradezu akrobatischer Weise synchron zur Musik in Bewegung um. Abwechslungsreich gestaltete sie die Handlungen und bediente sich dabei zur allgemeinen Begeisterung auch der Hilfe des Publikums, sei es zur Affenjagd oder zum Schaukelpferdreiten.

(Andrea Braun)

zurück zu Kinderkonzerte