Main-Post, 2.3.2004

Heulen und Blubbern und Geschrei

Ein Maus hätte im Zuschauerraum des Mainfranken Theaters vielleicht noch Platz gefunden, aber kein einziges Kind mehr. Bis auf den letzten Stehplatz war das zweite Familienkonzert ausverkauft, bei dem Cornelia Boese als Sprecherin und Christopher Wasmuth als Dirigent Camille Saint-Saens „Karneval der Tiere“ kindergerecht aufbereitet haben.
Kindergerecht hieß diesmal: vergnüglich. Denn Boese schlüpfte in die Rolle eines zerzausten Paradiesvogels, der von der Decke herabbaumelte und genüßlich von heulenden Mehlwürmern, Pariser Schildkröten und napoleonischen Hähnen erzählte.
Dem tierischen Vergnügen schloß sich Wasmuth an und holte die Kinder da ab, wo sie zu Hause sind: bei Flohwalzer und Eselgeschrei. Didaktisches Lehrmaterial über Cancan und Etüden haben Boese und Wasmuth vielleicht nicht so vermittelt, wohl aber das geheimnisvolle Blubbern von „sieben lachsfarbenen Schleierschwänzen“ und das melancholische Kreisen des Schwans humorvoll in Szene gesetzt. Gut gebrüllt.

(Ruth Betz)

zurück zu Kinderkonzerte