Main-Post, 11.9.2011

Cornelia Boese bewahrt Sprache ausgezeichnet
Verein Deutsche Sprache verlieh Regionalauszeichnung

Die Opernsouffleuse und Dichterin Cornelia Boese erhielt am Samstag den 7. regionalen "Sprachbewahrerpreis" des Vereins Deutsche Sprache, der zwei Wochen zuvor seine Auszeichnung "Sprachpanscher" an Telekom-Chef René Obermann verliehen hatte. Ausgewählt hatte die beliebte Reimkünstlerin die Regionalgruppe "Sprachkultur Mainfranken".
Deren Leiter, der Mediziner Dr. Bernhard Sturn (Wiesentheid), rühmte im Max-Dauthendey-Saal des Würzburger Falkenhauses Boese („Stets erheiternd ist ihr Tun“) und ihre Werke, die vielfach fränkische Anregungen aufgreifen und formal dem Volkslied nahestehen: „So schön, so klangvoll, so poetisch.“ Wenn die Geehrte etwas 'als Büchlein darbiete', habe sie „ihr sprachliches Füllhorn ausgebreitet und die Schönheit der Sprache aufgezeigt“. Laut Sturn veredelt Cornelia Boese „unser Bemühen um den Erhalt der Sprachkultur“ von Kindheit an, ließ er sich zu gebundener Rede hinreißen: „Mit neun Jahren nur war sie dem Dichten schon auf der Spur.“
An die Öffentlichkeit trat die langjährige Musiktheatersouffleuse des Mainfranken Theaters mit einem eigenen poetischen Werk erstmals vor dreizehn Jahren. Da übertrug sie das Libretto der Oper „Kublai Khan“, komponiert von Wolfgang Amadeus Mozarts Widersacher Antonio Salieri, ins Deutsche und machte das Werk in einer Inszenierung mit der Sopranistin Diana Damrau regional populär. Anschließend trat sie mit zahlreichen humorvollen Gedichtbänden in Erscheinung. Drei Werke, unter anderem das Kinderbuch „Paul der Pilz“, trug sie dem rund 70-köpfigen Publikum der Veranstaltung vor. Grußworte zur Preisverleihung sandte einer ihrer Vorgänger schriftlich, Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos.
Die Preisverleihung war Teil des „Tags der deutschen Sprache“, den der Verein seit zehn Jahren am zweiten Septembersamstag feiert – weltweit: Sturn zufolge leben 16 000 der derzeit 34 000 Mitglieder im Ausland. Im Rahmenprogramm zog Sturn gegen Anglizismen zu Felde; 3700 englische Lehnwörter hat der Vereine Deutsche Sprache untersucht, nur drei Prozent davon unter „bereichernd“ eingestuft. Vorbildlich nannte Sturn die Kampagne, mit der in den 1870er und 1880er Jahren französische Fremdwörter systematisch durch einheimische Konstruktionen ersetzt wurden: „Nach dem gewonnenen Krieg gab es ein Bewusstsein für deutsche Sprache.“